Mit „taschenfunk“ hat medien+bildung.com vor allem die kreativen Möglichkeiten des Handys in der Schule erprobt, mit „MyMobile“ hält das Handy Einzug im Fachunterricht. Das Projekt MyMobile sieht  vor, dass der Einsatz von Handys im Unterricht im Schuljahr 2009/2010 an sechs verschiedenen Schulen erprobt und evaluiert wird.

Das Handy ist heutzutage ein fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern und insbesondere Jugendlichen. Schulleitungen und Lehrkräfte empfinden das Handy in der Schule meist als Stör-faktor. Ein aktuelles Konzept von Medienkompetenz muss jedoch das Thema Handy berücksich-tigen und durchaus kritisch die damit einher gehenden Probleme beleuchten. Handys sind eine Art „Schweizer Messer“ der digitalen Medientechnik. MyMobile zielt darauf, ihre Eigenschaften als mediales Universalwerkzeug für den Fachuntericht fruchtbar werden zu lassen. Das Projekt-team hat bereits einige Lehrer/innen dafür interessiert und mehrere Partnerschulen gewonnen. Erste Praxisaktivitäten von MyMobile starten bereits im September 2009.

In einer Welt der individualisierten, mobilen und vernetzten Massenkommunikation werden die vielfältigen Handy-Funktionen selbstverständlich und massenhaft genutzt. Diese Funktionen sowie die damit zur Verfügung stehende Verbindung zu Internet und Medien schaffen neue pä-dagogische und didaktische Aufgaben und bieten neue Chancen für Lernen in der Schule.
Das Handy kann somit zum einen als Lernressource und zum anderen als Ressource für die Teil-habe an Gesellschaft und Kultur genutzt werden. Für die Schule steht die Teilhabe an Bildung und formellen Lernen im Vordergrund.
Mit dem Handy können sich Schülerinnen und Schüler nicht nur Handlungs-, Lern- und Entwick-lungsräume erschließen, sondern sie selber generieren. Mit Hilfe der Schule ist es möglich, diese Nutzer generierten Kontexte an die Lernaufgaben des Lehrplans anzudocken.

Die Individualisierung unserer Gesellschaft unterstützt neue und informelle Formen des Lernens außerhalb der Schule und außerhalb der Lehrpläne. Wie die PISA-Studien zeigen, verliert die Schule vor allem bei Jungen der Unterschicht und aus Migranten-Familien die Möglichkeiten, sie erfolgreich zum Lernen in der Schule anzuleiten, obwohl diese Schüler im Alltag mit Medien und im Rahmen von Unterhaltung sehr wohl informell lernen. Für diese Gruppe der Risiko-Lerner aber auch für schulisch erfolgreiche Kinder und Jugendlichen bietet sich das Handy als Kommunikationsbrücke zwischen informellem Alltagslernen und dem Lernen an, das der Lehrplan vorgibt.
Das didaktische Augenmerk sollte sich dabei auf die von den Alltagsexperten generierten Kon-texte des informellen Lernens richten (Schülerinnen und Schüler als Experten, sog. Native Experts).